Bindung

Bindung ist für das Leben so grundlegend wie Sauerstoff und Nahrung. Sie sichert das Überleben. Die Qualität der Bindung beeinflusst die psychische, geistige und körperliche Entwicklung des Menschen.

Kinder werden mit einem angeborenen Bedürfnis nach Bindung geboren.

Kinder organisieren ihr Verhalten und Denken so, dass sie ihre Bindung zu einer Bindungsperson aufrechterhalten.

Kinder bringen oft große Opfer und verzichten auf vieles, um ihre Bindungsbeziehungen zu erhalten.

Verzerrungen und Störungen im Verhalten, Fühlen und Denken des Kindes haben ihren Ursprung in Störungen der Bindungsentwicklung. Sie sind oft durch die Unfähigkeit der Erwachsenen bedingt, auf die kindlichen Bedürfnisse nach Beruhigung, Sicherheit und emotionaler Verfügbarkeit verlässlich einzugehen.

Die Folge davon ist häufig ein „Steckenbleiben“ in der Reifeentwicklung. Reife kann aber durch Erziehung nicht gelernt werden, sie kann sich nur entwickeln im Kontext einer Bindungsbeziehung.

Bindungsstörungen sind die Folge früher Traumatisierungen, die zu Störungen in der Entwicklung des Gehirns führen und im Jugend- oder Erwachsenenalter eine große Gefahr psychopathologischer Erkrankung darstellen.

Wissen über diese Zusammenhänge, Erkennen der Gefahr und professionelle Hilfe kann Kindern und Erwachsenen viel Leid ersparen.